forum Ausarbeitung eines Friedensplans für den Jemen

Einführung in das Thema

Hinweis: Hier gibt es das Handbuch zum Gremium

1. Einführung

Es ist eine der schwersten humanitären Katastrophen des 21. Jahrhunderts: Der Jemen liegt nach fünf Jahren Bürgerkrieg in Schutt und Asche, rund 24 Millionen Jemenit*innen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, über drei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Der im Jahr 2014 begonnene Bürgerkrieg ist der dritte in den letzten drei Jahrzehnten, doch dieses Mal scheint kein Ende in Sicht: Internationale Interessen führten zu einer ausländischen Militärintervention, angeführt von Saudi-Arabien, gegen die Houthi-Rebellen im Nordjemen, und damit zu erbitterten Kämpfen ohne Nachgeben der Konfliktparteien. Doch am meisten leidet die Zivilbevölkerung: Luftangriffe auf Krankenhäuser, Schulen, Moscheen und andere zivile Ziele sind keine Seltenheit. Sowohl Saudi-Arabien als auch den Houthi-Rebellen werden schwere Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Die Kommission für Friedenskonsolidierung soll den Friedensprozess unterstützen und Lösungen für die Besserung der humanitären Situation finden. Dabei müssen die Delegierten abwägen, welchen Kompromissen am ehesten von allen Seiten zugestimmt werden könnte.

 

2. Hintergrund und Grundsätzliches

Um den Konflikt im Jemen zu verstehen, muss man in die 1990er Jahren zurückblicken. Das damals noch in Nord- und Südjemen aufgespaltene Land feierte im Mai 1990 eine euphorische Wiedervereinigung. Doch die anfängliche Freude wurde schnell getrübt: Schon 1994 brach ein Bürgerkrieg aus, als Separatist*innen versuchten, die Unabhängigkeit des Südens mittels Gewalt wiederzuerlangen. Der Demokratisierungsprozess wurde nachhaltig gehemmt, die Grenze zwischen Nord und Süd blieb in den Köpfen bestehen und es kam zunehmend zur Autoritarisierung des Jemen.

Noch zusätzlich verstärkten konfessionelle Differenzen die gedankliche Trennung von Nord und Süd. Im Norden des Landes leben vorrangig zaiditische Stämme (eine Unterart des schiitischen Islams), während im Süden vor allem Sunnit*innen leben.

Die Zaidit*innen hatten in der Vergangenheit schon immer viel Macht in Jemen. Um dem entgegenzuwirken und für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, entschied sich die jemenitische Regierung vermehrt, radikal sunnitische Gruppen zu fördern.

Als Gegenbewegung zu dieser Haltung der Regierung bildete sich ganz im Norden eine Gruppe aus Zaidit*innen, die als Ziel die Machtübernahme im Jemen verfolgte – die Houthi-Miliz. 2004 eskalierte der Konflikt: In gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Houthi und Regierungstruppen kamen bis 2011 tausende Menschen ums Leben.

2011 formierten sich im Zuge des arabischen Frühlings Großdemonstrationen und Massenproteste. Der seit mehr als 30 Jahren regierende Präsident Ali Abdullah Salih musste zurücktreten. Bei der folgenden Präsidentschaftswahl kam der dem Land Saudi-Arabien treue, bisherige Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi als einziger Kandidat an die Macht. Er sollte eine Verfassungsänderung erwirken und das Land demokratischer machen – dazu war er allerdings nicht in der Lage.

2014 brach der Bürgerkrieg erneut aus. Die Houthi, die in der Zwischenzeit durch die vorherrschende Unzufriedenheit immer mehr Einfluss gewonnen hatten, nahmen in einer Offensive die Hauptstadt Sanaa ein und Präsident Hadi floh nach Saudi-Arabien, von wo aus er bis heute die Regierungsgeschäfte betreibt. Die “Südliche Bewegung”, eine Separatist*innengruppe Südjemens, die 2009 im Zuge der Unzufriedenheit entstand, kämpft an der Seite der Regierungstruppen. Eigentlich sind sie Gegner*innen, doch bis heute im Kampf gegen die Houthi-Miliz vereint.

Saudi-Arabien selbst betrachtet das Geschehen im Jemen mit großer Sorge und beschloss im März 2015, zusammen mit einer neu gegründeten Islamischen Militärkoalition (Englisch: Islamic Military Counter Terrorism Coalition, IMCTC) mit Luftangriffen unter der Bezeichnung “Decisive Storm” (dt. “Sturm der Entschlossenheit”), später in “Operation Restoring Hope” umbenannt (dt. “Operation Wiederherstellung der Hoffnung”), zu intervenieren. Unterstützt wurde Saudi-Arabien logistisch von den USA, Frankreich und Großbritannien. Die Militärkoalition bestand neben Saudi-Arabien aus Ägypten, Bahrain, Katar, Kuwait, Jordanien, Marokko, Sudan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und etwas später dem Senegal.

Kurz nach der Intervention stellte sich auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Resolution 2216 (2015) eindeutig gegen die Houthi, in der diese dazu aufgerufen wurden, die “Gewalt sofort und bedingungslos zu beenden” und die eroberten Gebiete wieder freizugeben. Die Resolution enthält auch Waffenembargos gegen die Houthi.

Darüber hinaus ist sehr problematisch, dass durch vorherrschende Machtvakuen in weiten Teilen des Südens terroristische Vereinigungen wie Al-Qaeda auf der Arabischen Halbinsel (Englisch: Al-Qaeda in the Arabian Peninsula, AQAP), eine der gefährlichsten Al-Qaeda Gruppen überhaupt, und der Islamische Staat im Irak und Jemen (Englisch: Islamic State of Iraq and ash-Sham-Yemen, ISIS-Yemen) immer mehr an Macht gewinnen und damit eine schnelle Stabilisierung des Landes fast unmöglich machen. Das Ziel beider Terrormilizen ist es, ein Islamisches Kalifat bzw. einen islamischen Staat zu errichten und “westlichen” Einfluss auf den Jemen zu unterbinden.

 

3. Aktuelles

Am meisten leidet in diesem blutigen Konflikt die Zivilbevölkerung. Die Vereinten Nationen bezeichnen die Situation im Jemen als größte humanitäre Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Wie konnte es so weit kommen?

Die Luftangriffe der saudischen Koalition missachten die Regeln des humanitären Völkerrechts. Nur ein Drittel der geflogenen Luftangriffe treffen militärische Ziele der Houthi – zwei Drittel treffen zivile Ziele, teilweise sogar gezielt Krankenhäuser, Schulen, Moscheen und sogar Beerdigungen. Die Nichtregierungsorganisation (Englisch: Non-Governmental Organisation, NGO) Ärzte ohne Grenzen musste die Arbeit in rund der Hälfte der Krankenhäuser aufgrund von schweren Personalverlusten durch Luftangriffe nahezu einstellen. 

Genauso verhält es sich mit Nahrung, humanitären Hilfslieferungen und Medikamenten. Der größte Hafen des Landes, Aden, ist unter Kontrolle der Regierung, und diese reguliert damit sehr stark, wer wie Hilfe bekommt. Das exkludiert in den meisten Fällen die von den Houthi kontrollierten Gebiete im Nordjemen. Hinzu kommt, dass der größte Hafen im Houthi-Gebiet, Al-Hudaydah, im Juni 2018 auch Ziel eines Angriffes war und schwer beschädigt wurde. Kaum noch ein Schiff legt dieser Tage an der Westküste im Land an. Die Frachter mit Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen, die anlegen könnten, werden von Seeblockaden der Regierung und der saudischen Koalition vor Anker gehalten, bis die Inhalte verdorben sind.

Des Weiteren wurde 2016 im Jemen der historisch und global schwerste Ausbruch der Infektionskrankheit Cholera gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (Englisch: World Health Organisation, WHO) meldete über 1,7 Millionen Verdachtsfälle auf Infektion und seit 2018 allein knapp eine Million, von denen ein Viertel Kinder unter 5 Jahren sind (Stand Juli 2019). 

Der UN-Menschenrechtsrat verkündete im August 2018 (A/HCR/39/43), dass sowohl die saudische Koalition als auch die Houthis Kriegsverbrechen verübt und Menschenrechtsverletzungen begangen haben und bat eindringlichst darum, sämtliche Waffenexporte an die Konfliktakteur*innen einzustellen.

Ein Großteil der technischen, logistischen und aufklärenden Unterstützung kommt von den USA und dem Vereinigten Königreich (UK). Die USA, die traditionell aufgrund des Ölhandels ein sehr gutes Verhältnis zu Saudi-Arabien haben, stellte der Armee unter anderem Boeing-Kampfjets und Waffen wie Bomben, Raketen und Landminen zur Verfügung. Aber nicht nur die USA und das UK sind involviert, sondern eine ganze Reihe anderer Staaten (unter anderem auch Deutschland) unterstützen Saudi-Arabien z. B. durch Waffenexporte.

Die Houthi dagegen werden vor allem vom Iran unterstützt. Das Ausmaß dessen ist nicht bekannt; jedoch ist es wahrscheinlich, dass es dem Iran nach wie vor möglich ist, Waffen auf dem Seeweg trotz der bestehenden Seeblockade an der Westküste des Jemens anzuliefern, da es dort viele kleine Häfen gibt, von denen viele nur schlecht kontrollierbar sind. 

Zuletzt gab es neue Hoffnung bei Friedensgesprächen der Parteien im schwedischen  Stockholm im Dezember 2018. Das Ergebnis, ein gemeinsames Abkommen (Stockholm-Agreement) besteht aus den folgenden drei Teilen:

Das “Hodeidah-Agreement” beschließt eine Waffenruhe in den Städten Al-Hudaydah, As-Salif und Ras Isa, insbesondere in den Häfen, und sorgt für den Abzug einiger Kämpfer*innen und Soldat*innen aus den Städten. Das “Thaïs Understanding” regelt, dass Seekorridore gebildet werden, über die humanitäre Hilfe, Nahrung und Medizin an die Zivilbevölkerung des Nordjemens gelangen kann. Und schließlich beschließt das “Prisoner-Exchange-Agreement” einen Austausch von über 15.000 Kriegsgefangenen beider Seiten.

Auch wenn dieser erste Schritt zur Annäherung vielleicht auf Frieden hoffen lässt, ist das Ende dieses brutalen Konflikts noch lange nicht in Sicht. Die Waffenruhe wird inzwischen von beiden Parteien nicht mehr eingehalten.

Zuvor hatte es 2015 schon einmal Friedensverhandlungen in der Schweiz gegeben. Diese endeten jedoch ohne Erfolg, als die Houthi den Plan des ehemaligen UN-Gesandten Ismail Ould Cheikh Ahmed ablehnten und daraufhin die Regierung des Jemen komplett aus den Verhandlungen ausstieg.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat bisher sehr geschlossen dem Konflikt gegenüber agiert. Die Mitgliedstaaten konnten sich in der Vergangenheit auf Sanktionen einigen und erachteten es als besonders wichtig, dass die Häfen des Jemen offen und funktionstüchtig bleiben. Zudem unterstützt der Sicherheitsrat die jemenitische Regierung und setzt sich für Friedensgespräche und den sogenannten “Peace Process” (Friedensprozess – mehr dazu unter “Probleme und Lösungsansätze”) ein.

 

 

4. Probleme und Lösungsansätze

Bevor wir diesen Abschnitt beginnen: Der Konflikt ist nicht zu lösen – zumindest nicht mit herkömmlichen Mitteln und in absehbarer Zeit. Zunächst muss zuerst geklärt werden, warum Saudi-Arabien und die Koalition so vehement an ihrem Ziel, die Houthi zu besiegen, festhalten: Zwischen Saudi-Arabien und dem Iran herrscht ein kalter Krieg – und der Jemen ist einer von vielen Kriegen in diesem Konflikt, die man als Proxy-War (Stellvertreterkrieg) bezeichnet. Der Konflikt begann mit der Revolution im Iran 1979. Nach der Revolution versuchte sich der Iran, vor allem von westlich gesinnten Monarchien abzusetzen und das Land durch eine muslimisch geführte Regierung zu reformieren. Saudi-Arabien hatte Sorge, dass die Neuigkeiten vom östlichen Nachbarn auch die eigene Bevölkerung aufstacheln könnten. Hinzu kommt ein konfessioneller Konflikt. Den Houthi Zugeständnisse zu machen, ist gleichbedeutend mit Zugeständnissen gegenüber dem Iran. Eine Stärkung der Houthi zuzulassen bedeutet, den Einfluss des Irans auf der arabischen Halbinsel zu stärken. So kommt auch eine neuerliche Teilung des Jemens nicht in Frage, weil das die Situation der Houthi nachhaltig stärken würde.

Was kann nun also getan werden, um die Situation im Jemen trotz der Aussichtslosigkeit zu verbessern, wenn weder eine Intervention noch friedliche Lösungen, denen die Houthi-Milizen und Saudi-Arabien zustimmen würden, in Frage kommen?

Der Fokus sollte auf der Hilfe für die Menschen liegen. Solange Nahrung und Hilfsgüter diese nur sehr begrenzt erreichen und NGOs ihre Arbeit nicht verrichten können, bleibt die humanitäre Situation eine Katastrophe. Der Fokus einer Resolution sollte darauf liegen, Lösungen zu finden, die Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen unterbinden und die Zivilbevölkerung schützen.

Der ersten Schritt könnte sein, Korridore zu schaffen, in denen ein Waffenstillstand herrscht, sodass der Transport von humanitärer Hilfe gesichert möglich ist. Des Weiteren haben Studien gezeigt, dass der effektivste Weg, eine humanitäre Katastrophe zu verringern, sei, die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Hierbei stehen vor allem drei Dinge im Vordergrund: Die nationale Währung muss an Kaufkraft und Stabilität gewinnen, die Kosten von Nahrung, Medizin und Treibstoff müssen verringert und die Verfügbarkeit eben jener Güter gesteigert werden. Allerdings ändert diese Herangehensweise nichts an dem vorherrschenden Konflikt.

In diesem Zusammenhang muss auch der sogenannte Peace Process (Friedensprozess) genannt werden. Der Friedensprozess soll lebendig bleiben, in dem die Konfliktparteien immer wieder zu diplomatischen Gesprächen gebracht werden und somit langsam eine Basis für Frieden erzeugt wird. Überlegungen in diesem Zusammenhang könnten sein, zu welchen Zugeständnissen man beide Seiten bringen könnte und wie die dabei getroffenen Regelungen eingehalten werden könnten. Beispiele für einen erfolgreichen Friedensprozess sind u. a. das “Good-Friday-Agreement” zwischen Nordirland und Irland oder die “Arusha Accords” in Ruanda.

Sollte sich herausstellen, dass strategisch umkämpfte Gebiete trotz Friedensabkommen nicht friedlich sind (z. B. in Al-Hudayda), gibt es außerdem die Möglichkeit, ein Gebiet an eine dritte Partei zu übergeben (sofern alle Parteien damit einverstanden sind). Eine Variante wäre dabei das Einsetzen von Blauhelmsoldat*innen zur Sicherung eines solchen Gebietes – dafür wäre es nötig, dem Sicherheitsrat die Initiation einer neue Peacekeeping-Mission zu empfehlen.

Der Konflikt im Jemen ist verworren, annähernd aussichtslos und absolut erschreckend. Die Aufgabe der Kommission für Friedenskonsolidierung wird es nichtsdestotrotz sein, Lösungsansätze zu finden, die den Friedensprozess im Jemen unterstützen.

 

5. Punkte zur Diskussion

 

  • Wie können die UN beim Friedensprozess im Jemen helfen?

  • Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die humanitäre Situation im Jemen zu verbessern?

  • Würde eine Peacekeeping-Mission der Vereinten Nationen helfen?

  • Wie sollten die UN mit den Kriegsverbrechen auf beiden Seiten umgehen? Sollten weitere Sanktionen oder Waffenembargos verhängt werden?

  • Was kann für eine Stabilisierung der Regierung und im Kampf gegen den Terrorismus im Jemen getan werden?

  • Welche Auswirkungen könnte dieser Konflikt auf die Sicherheit im Nahen Osten und der internationalen Sicherheit haben und wie kann damit umgegangen werden?

 

 

6. Lexikon

Autoritarisierung: Der Prozess einer Regierung, immer autokratischer zu werden. Dies bedeutet, dass eine einzelne Person immer mehr Macht bekommt.

Blauhelmsoldat*innen: Die Blauhelmsoldat*innen sind Friedenstruppen der UN. Sie werden von den Mitgliedsstaaten der UN für Friedenssicherungseinsätze (Englisch: Peacekeeping Missions) bereitgestellt und stehen unter dem Kommando der UN. 

Humanitäre Hilfe: Als humanitäre Hilfe bezeichnet man Maßnahmen zum Schutz und zur Versorgung von Menschen in einer humanitären Notlage, die über eine Erstversorgung hinausgehen.

Humanitäre Katastrophe: Der Begriff bezeichnet Katastrophen, die das Leben vieler Menschen, insbesondere von Zivilist*innen,  zerstören oder gefährden. 

Kalter Krieg: Als kalter Krieg wird eine Auseinandersetzung zweier Staaten bezeichnet, die sich nicht selber angreifen bzw. Krieg erklären. Stattdessen unterstützen die konkurrierenden Staaten andere Länder bei Kriegen, um ihrer Vormachtstellung zu sichern – dies bezeichnet man als Proxy-Warfare (Stellvertreterkrieg).

Konfessionelle/r Differenzen / Konflikt: Konfessionelle Konflikte sind Differenzen von Untergruppen innerhalb einer Religion, die sich in Lehre, Organisation oder Praxis von anderen Untergruppen unterscheiden.

Machtvakuum: Ein Machtvakuum liegt vor, wenn in einem Staat, einer sozialen Gruppe, Institution oder Organisation die zu erwartende und/oder vereinbarte Führung über einen längeren Zeitraum nicht ausgeübt wird.

Militärintervention: Militärisches Eingreifen. 

Peace Process: Ein Peace Process (Deutsch: Friedensprozess) besteht aus Treffen, Vereinbarungen und Verhandlungen bzw. Gesprächen, in denen versucht wird, Friedenslösungen zwischen konfliktiven Staaten oder Gruppen zu finden.

Peacekeeping-Mission: Die Friedensmission bzw. friedenserhaltende Mission (Englisch: Peacekeeping Mission) ist eine Form des Militäreinsatzes. Wie alle bewaffneten Einsätze der Vereinten Nationen setzt sie eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrates voraus, die Art, Umfang und Dauer des Einsatzes festlegt. Sie kann gemäß Kapitel VI oder Kapitel VII der Charta der UN angeordnet werden.

Proxy-Warfare: Als Stellvertreterkrieg (Proxy-War) wird ein Krieg bezeichnet, in dem sich zwei oder mehr in Konflikt befindliche Großmächte nicht direkt militärisch auseinandersetzen, sondern diese militärische Auseinandersetzung in einem oder mehreren Drittstaaten austragen. Die Drittstaaten handeln also quasi als Stellvertreter*innen der oft "nur" im Hintergrund beteiligten Großmächte.

Separatist*innen: Separatist*innen haben das Ziel, ein Gebiet vom eigentlichen Staatsgebiet des Landes zu lösen und dort einen eigenen Staat zu gründen.

Schiitischer bzw. Sunnitischer Islam: Sowohl der schiitische als auch sunnitische Islam sind Unterströmungen dieser Religion. Oft wird der Fehler gemacht, diese Glaubensgruppen mit Katholik*innen und Protestant*innen des Christentums zu vergleichen. Schiit*innen und Sunnit*innen haben Jahrhunderte in friedlicher Koexistenz zusammen gelebt und teilweise sogar in den gleichen Moscheen gebetet. Durch die politische Entwicklung im Mittleren Osten entsteht allerdings ein immer gefährlicherer konfessioneller Konflikt der Religionsgruppen des Islam.

Waffenembargo: Ein Waffenembargo ist in der internationalen Wirtschaft und Politik der Eingriff von Staatsorganen in den Export und Import von Waffen und Kriegsmaschinerie in ein bzw. aus einem bestimmten Land.

 

7. Wichtige Dokumente

Kern-Dokumente:

Resolution S/RES/2140 (2014)

Resolution S/RES/2216 (2015)

Bericht A/HCR/39/43 (2018)

Weitere Dokumente:

Resolution S/Res/2452 (2019)

Resolution S/Res/2451(2018)

Resolution S/Res/2402 (2018)

Resolution S/Res/2442 (2017)

Resolution S/Res/2266 (2016)

Resolution S/Res/2204 (2015)

Resolution S/Res/2201 (2015)

Resolution S/Res/2051 (2012)

Resolution S/Res/2014 (2011)

Resolutionen und Berichte der UN können im Elektronischen Dokumentenarchiv unter https://documents.un.org/prod/ods.nsf/home.xsp einfach eingesehen werden.

 

8. Quellen und weiterführende Links

Yemen Data Project, 02.09.2019, https://yemendataproject.org/about.html – Statistiken zu sämtlichen Luftangriffen der saudischen Koalition im Jemen (Englisch).

The World Factbook, Middle East: Yemen, 09.08.2019, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ym.html – Allgemeine Infos zum Jemen und dem vorherrschenden Konflikt und den Konfliktparteien (Englisch).

VOX, The US may be aiding war crimes in Yemen, 12.12.2016, https://www.youtube.com/watch?v=CwwP3SiBIC8 – Video zur Veranschaulichung der Luftangriffe über dem Jemen und die Involvierung der USA (Englisch mit Untertiteln).

VOX, How the Saudis ended up with so many American weapons, 14.12.2018, https://www.youtube.com/watch?v=7DbdBIuFrIE – Video zur Veranschaulichung der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien (Englisch mit Untertiteln).

VOX, The Middle East’s cold war, explained, 17.07.2017, https://www.youtube.com/watch?v=veMFCFyOwFI&t=353s – Video zur Veranschaulichung des vorherrschenden kalten Krieges zwischen Saudi-Arabien und dem Iran (Englisch mit Untertiteln).

Stockholm international Peace Research Institute, Yemen (NGF), 13.06.2019, https://www.sipri.org/databases/embargoes/un_arms_embargoes/yemen/yemen – Zusammenfassung über vorherrschende Waffenembargos sowie Hinweise auf wichtige Resolutionen (Englisch).

FAOSTAT, Yemen, 02.09.2019, http://www.fao.org/faostat/en/#country/249 – Statistik der Food and Agriculture Organisation der UN über Nahrung und Anderes im Jemen (Englisch).

ACLED, Yemen, 02.09.2019, https://www.acleddata.com/dashboard/#887 – Statistiken zur Krise im Jemen (Englisch).

Haydee Dijkstal, Yemen and the Stockholm Agreement: Background, Context, and the Significance of the Agreement, 31.05.2019, https://www.asil.org/insights/volume/23/issue/5/yemen-and-stockholm-agreement-background-context-and-significance – Detaillierter Artikel über das Stockholm-Agreement 2019 (Englisch).

OCHA, Yemen, 02.09.2019, https://www.unocha.org/yemen/about-ocha-yemen – Übersicht über die Lage im Jemen des UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (Englisch).

OCHA, Yemen Humanitarian Update, 15.07.2019, https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/Humanitarian%20Update%20%2310_FINAL%2031%20July.pdf – Zwischenbericht des UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs über die humanitäre Situation (Englisch).

UNHCR, Yemen Humanitarian Crisis, 02.09.2019, https://www.unrefugees.org/emergencies/yemen/ – Das UN Flüchtlingshilfswerk zu der Flüchtlingssituation im Jemen (Englisch).

Dave Harden, YEMEN: An Economic Strategy to Ease the Humanitarian Crisis, 15.06.2019,  https://www.carnegiecouncil.org/publications/articles_papers_reports/yemen-an-economic-strategy-to-ease-humanitarian-crisis – Ökonomische Lösungsansätze für die humanitäre Krise im Jemen (Englisch).

WHO, Outbreak update - Cholera in Yemen, 28.07.2019, http://www.emro.who.int/pandemic-epidemic-diseases/cholera/outbreak-update-cholera-in-yemen-28-july-2019.html – Detaillierter Bericht über die Choleraepedemie im Jemen (Englisch).

Ärzte ohne Grenzen, Unsere Hilfe in Jemen, 15.06.2019, https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/jemen – Bericht über die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen im Jemen (Deutsch). 

 

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