Der Vortragsabend bei MUN-SH 2021

Vorträge bei MUN-SH 2021

Bei MUN-SH 2021 wird es wie im jeden Jahr wieder spannende Vorträge rund um die Themen Vereinte Nationen und internationale Politik geben.

Vortrag 1: Human rights and humanitarian questions from an FFP perspective

Wer von bewaffneten Konflikten, gesellschaftlicher Ungleichheit und Umweltkatastrophen stark betroffen ist und wer weniger - das ist nicht nur Zufall, sondern hängt ganz entscheidend damit zusammen, welches Geschlecht, welche Herkunft und welchen allgemeinen sozialen Status jemand in der Gesellschaft hat. Diese strukturelle Benachteiligung bestimmter Gruppen ist tief in einer internationalen Ordnung verankert, die von Verfechter*innen einer sogenannten "Feministischen Außenpolitik" infrage gestellt wird. Das Centre for Feminist Foreign Policy (CFFP) ist eine international agierende NGO, die Forschung, Aktivismus und konkrete Politikberatung für eine feministische Außenpolitik zusammenbringt, die die individuelle Situation benachteiligter Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Damjan Denkovski vom CFFP wird in seinem interaktiven Vortrag die zentralen Gedanken feministischer Außenpolitik vorstellen und in der Diskussion mit den Teilnehmenden humanitäre Fragen aus einer Perspektive feministischer Außenpolitik analysieren. Der Vortrag wird auf Englisch stattfinden.

Vortrag 2: Welche Rolle spielt das Völkerrecht für die Vereinten Nationen?

Hannah Birkenkötter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Universität zu Berlin, wird Ihnen in diesem Vortrag die Grundlagen des Völkerrechtes näherbringen. Welche Bedeutung das Völkerrecht für die internationale Diplomatie hat, kann sie mit ihren eigenen Erfahrungen, die sie unter anderem während ihrer Zeit am internationalen Strafgerichtshof gesammelt hat, anschaulich vermitteln und Ihnen so einen noch tieferen Einblick in die Funktionsweise der Vereinten Nationen bieten.

Vortrag 3: Von der Agrar- zur globalen Landwende: Emissionen beenden, Artenvielfalt erhalten und Ernährungssouveränität erreichen.

Global produziert die Welt schon heute ausreichend Lebensmittel, um alle Menschen zu ernähren. Vorrangig in Afrika und Indien ist die Situation jedoch dennoch prekär, denn das dort noch bevorstehende Bevölkerungswachstum erfordert eine höhere landwirtschaftliche Produktivität, wenn die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten nicht noch gesteigert werden soll. Da diese bereits heute kaum mehr bezahlt werden können und die Pandemie gezeigt hat, wie schnell globale Lieferketten zerbrechen, sollte das Erreichen von Ernährungssouveränität Zielsetzung sein. Gleichzeitig ist selbstverständlich ökologische Nachhaltigkeit erforderlich. Diese ist mithilfe der Schließung natürlicher Nährstoffkreisläufe und einer effizienteren Nutzung von Ökosystemleistungen möglich, wie etwa der natürlichen Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wassererneuerung, des Sonnenlichts u.v.m. Vorrangig im Globalen Norden wären dagegen die Überdüngung der Böden und der Pestizideinsatz drastisch zu reduzieren. Insgesamt bedeutet dies: im Norden wird die Landwirtschaft ökologisiert und Produktivität etwas heruntergefahren, während in ernährungsunsicheren Ländern des Südens die Produktivität ökologisch nachhaltig hochgefahren wird. Um dies zu erreichen, eignet sich ein integrierter Landschaftsansatz als Mehrgewinnstrategie, bei dem die unterschiedlichen Flächennutzungen – Agrarflächen, Grasländer, Schutzgebiete, Wälder etc. – miteinander im Zusammenhang betrachtet werden. Während im Globalen Norden Emissionsreduktion und Biodiversitätserhaltung im Vordergrund stehen, steht in ernährungsunsicheren Regionen Produktivitätssteigerung im Fokus, die möglichst durch agrarökologische Maßnahmen zu realisieren wäre, aber wenn nötig auch eine systemische Verschränkung konventioneller mit agrarökologischen Maßnahmen zuließe. Um diese Ziele zu realisieren, benötigen Bäuerinnen und Bauern in Nord und Süd politische Rahmenbedingungen, die einen solchen Ansatz befördern und auf Entwicklungskohärenz und Solidarität abzielen.

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