Was ist MUN-SH?
MUN-SH ist ein Planspiel für Schüler, bei dem die Vereinten Nationen (UN) simuliert werden. Die Teilnehmer schlüpfen dabei in die Rolle von Diplomaten eines Mitgliedsstaates der UN und müssen dessen Interessen in simulierten Gremien wie dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung möglichst authentisch vertreten. Nach einer ausgearbeiteten Tagesordnung werden Resolutionen verfasst, diskutiert und verabschiedet. Zudem berichten simulierte Presseteams täglich von der Arbeit auf der Konferenz.
MUN-SH soll Wissen vermitteln, Interesse an gesellschaftlichem und politischem Engagement wecken und den Teilnehmern Spaß an der Beschäftigung mit internationaler Politik bringen. MUN-SH findet, anders als die meisten anderen UN-Planspiele, komplett auf Deutsch statt.
Nach den erfolgreichen Konferenzen im Oktober 2005, März 2007, April 2008, April 2009, März 2010 und April 2011, bei denen jeweils bis zu 430 Schülerinnen und Schüler im Schleswig-Holsteinischen Landtag die Vereinten Nationen simulierten, wird vom 15. bis zum 19. März 2012 erneut eine fünftägige Konferenz im Landtag stattfinden.
Auf dieser Website möchten wir Ihnen einen umfassenden Überblick über das Projekt, seine Zielsetzungen und seine Organisation verschaffen. Für Fragen steht Ihnen das MUN-SH-Team jederzeit gerne zur Verfügung.
Die Idee
Die Idee von MUN-SH verfolgt ein einfaches Konzept: „Schüler spielen Vereinte Nationen“. Während einer dreitägigen, möglichst authentischen Konferenz ermöglichen wir es Jugendlichen, Weltpolitik einmal selbst hautnah mitzuerleben – vor allem aber mitzugestalten. Sie übernehmen damit die verantwortungsvolle Aufgabe, die Interessen eines jeweils unter Berücksichtigung ihrer Wünsche zugewiesenen UNO-Mitgliedsstaates in simulierten Gremien – beispielsweise im Sicherheitsrat oder in der Generalversammlung – zu vertreten. MUN-SH bietet den Schülern die besondere Gelegenheit, sich intensiv mit den aktuellen Themen der internationalen Politik auseinanderzusetzen, die die zukünftigen weltweiten Entwicklungen maßgeblich bestimmen werden.
Nach dem Vorbild der weltweit größten und ältesten UNO-Simulation in New York, dem „National Model United Nations“ (NMUN), und dem Schwesterprojekt „Model United Nations Baden-Württemberg“ (MUNBW), das seit 2002 jährlich stattfindet, werden bei MUN-SH nach einer vorgegebenen Tagesordnung reale und aktuelle Themen diskutiert sowie Resolutionen verfasst und verabschiedet. Begleitet wird die Konferenz von einem umfangreichen Rahmenprogramm, bestehend unter anderem aus einer Eröffnungsveranstaltung, einem Rednerabend und einem Diplomatenball.
Die Konferenz entwickelt dabei das Konzept der MUNs mit eigenständigen Ideen weiter, beispielsweise mit dem simulierten Fernsehteam, dessen Teilnehmer bei täglich in Form eines Nachrichtenbeitrags von der Konferenz berichten.
Die Ziele von MUN-SH
Im Rahmen unseres gesellschaftspolitischen Anspruches möchten wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, sich aktiv in politische Prozesse einzubringen. Sie erhalten durch das Auseinandersetzen mit internationalen Fragestellungen grundlegendes Wissen über globale Zusammenhänge und Hintergründe. Neben der Einarbeitung in komplexe Themenfelder lernen die Teilnehmer mit erarbeiteten Lösungsansätzen konstruktiv umzugehen und das realpolitisch Machbare zu erkennen.
Aufgrund der Identifikation jedes Teilnehmers mit einem bestimmten Land wird er für dessen spezifische Anliegen und Probleme sensibilisiert und entwickelt durch diesen Blickwinkel Toleranz für fremde Kulturen, Lebens- und Denkweisen. In der mehrmonatigen Vorbereitungszeit, in der die Teilnehmerdelegationen sich mit „ihrem“ Land und den Themen „ihres“ Gremiums auseinandersetzen, haben sie neben dem Recherchieren in verschiedenen Medien und dem Verfassen von analytischen Berichten die Möglichkeit, zielgerichtetes, teamorientiertes Arbeiten in Eigenregie zu lernen.
Während der Debatten auf der Konferenz erarbeiten sich die Schüler Vortrags- und Argumentationstechniken und umfangreiche Erfahrungen in Fragen der Konflikt- und Problemlösung. Vor allem in den nicht-formellen Diskussionsphasen müssen Verhandlungstechnik und -Strategie zur Kompromissfindung angewandt und damit geübt werden.
Darüber hinaus soll MUN-SH einen Einblick in die Arbeitsweise und Handlungsmöglichkeiten der Vereinten Nationen bieten, wobei wir den Jugendlichen stets sowohl die Chancen als auch die Grenzen politischen Wirkens verdeutlichen wollen. Nicht zuletzt soll sowohl die gewonnene individuelle Erfahrung jedes einzelnen Teilnehmers als auch die von allen Schülerinnen und Schülern geteilte Freude an diesem außergewöhnlichen Erlebnis wichtige Zielsetzungen von MUN-SH sein.
Die Organisation
Die Organisation und Betreuung der gesamten Simulation liegt in den Händen eines Teams von zunächst etwa 50 Schülern und Studenten, das bis zur Konferenz auf ca. 80 Mitglieder wachsen wird. Ein Großteil des Teams war schon an der Planung von vorherigen MUN-SH-Konferenzen beteiligt oder hat an nationalen und internationalen MUN-Konferenzen z.B. in New York und Peking teilgenommen.
Als Mitveranstalter unterstützen uns der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein. Trägerverein des Projektes ist der Verein „Deutsche Model United Nations e.V.“
MUN-SH 2012 ist zudem ein „Projekt der Dekade der Vereinten Nationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)“.
Die Vorbereitungsphasen
MUN-SH wird vom 15. bis 19. März 2012 im Schleswig-Holsteinischen Landtag der Landeshauptstadt Kiel stattfinden. Die Vorbereitung und Organisation der Konferenz wird in folgenden Planungsphasen verlaufen, die wir zu Beginn der Planung im Mai 2011 festgelegt haben.
Vorbereitungsphase 1: inhaltliche und organisatorische Planung
Bis August 2011 konzentrieren wir uns zunächst auf das Werben von Partnern – Spendern und Sponsoren, Medienpartnern sowie anderen Institutionen und einzelnen Helfern –, auf deren Unterstützung wir angewiesen sind. Die inhaltliche Planung umfasst in dieser Zeit die Ausarbeitung der simulierten Gremien und deren Tagesordnungen, wobei wir großen Wert auf Authentizität und Aktualität legen, um den Bezug zur Realpolitik zu gewährleisten. Diesem Zwecke dient auch die Einladung und Anwerbung von Gastrednern, vor allem von Nichtregierungsorganisationen. Zudem organisieren wir passende Räumlichkeiten für das Rahmenprogramm, kümmern uns um die Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer und erledigen andere Verwaltungsaufgaben.
Vorbereitungsphase 2: Werbung und Anmeldung der Teilnehmer
Darauf folgen die Werbung an Schulen für die Konferenz und die Anmeldung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bis November 2011. Diese erhalten dann nach ihren Wünschen die einzelnen Länder zugeordnet, die sie während der Konferenz vertreten werden. Sie werden von uns mit Hintergrundinformationen versorgt, u.a. wird ihnen ein umfangreiches Handbuch zu MUN-SH zugesandt, das ihnen hilft, sich mit dem Regelwerk von MUN-SH und dem Prozedere einer UNO-Konferenz vertraut zu machen.
Vorbereitungsphase 3: Vorbereitung der Teilnehmer, Detailplanung
Im Laufe der weiteren Vorbereitung werden von den Teilnehmern dann bis Ende Januar u.a. Positions- und Arbeitspapiere eingefordert, die bereits vor der Konferenz die Positionen der einzelnen Länder darstellen und so eine gute inhaltliche Vorbereitung sichern sollen. Diese Papiere werden von uns kontrolliert und online zur Verfügung gestellt, so dass bereits vor der Konferenz ein Austausch unter den Delegierten möglich ist.
Teilnehmer
Die Teilnehmer werden allesamt deutschsprachige Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sein; insgesamt ist mit einer Teilnehmerzahl von etwa 400 zu rechnen. Wir hoffen dabei vor allem auf eine rege Beteiligung von Schulen in Schleswig-Holstein und anderen nördlichen Bundesländern, aber auch Jugendliche aus den übrigen Teilen Deutschlands sind willkommen. Darüber hinaus richten wir uns ausdrücklich auch an Schulen im Ausland, um die Debatten durch Beiträge von Teilnehmern, die nicht in Deutschland leben, mit anderen Perspektiven zu bereichern.
Zur Konferenz 2011 kamen bereits viele Jugendliche aus Finnland, China, Frankreich, Portugal, Spanien, Großbritannien, Rumänien, Uruguay und der Türkei und wir hoffen darauf, dieses Spektrum in Zukunft noch erweitern zu können. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden überwiegend zwischen 16 und 19 Jahre alt sein. Diese Zielgruppe ist erst seit kurzer Zeit politisch mündig oder steht kurz davor, politische Mündigkeit zu erlangen; es wird also eine Gruppe von „Erstwählern“ sein, bei denen politische Weiterbildung von besonderer Bedeutung ist.

Umfassend werden sich die Teilnehmer mit vielen Aspekten der Politik, Geschichte, Kultur und Wirtschaft des von ihnen vertretenen Landes beschäftigen, um optimal auf die Debatten in den einzelnen Gremien vorbereitet zu sein. Auch und vor allem aktuelle Themen sollen diskutiert werden; die Schüler werden sich im Vorfeld der Simulation über mehrere Monate hinweg selbstständig über die derzeitige Rolle „ihres“ Landes in der Weltgemeinschaft informieren müssen. Ein Handbuch für die Simulation hilft ihnen dabei, sich mit dem Regelwerk von MUN-SH und dem Prozedere einer UNO-Konferenz vertraut zu machen; vor und während der Simulation werden sie natürlich stets vom MUN-SH-Organisationsteam und den Teilnehmerbetreuern unterstützt.
Die simulierte Konferenz
Der Hauptteil von MUN-SH besteht aus einer dreitägigen Konferenz, in der die wichtigsten Organe der Vereinten Nationen so authentisch wie möglich simuliert werden. Dementsprechend werden innerhalb der Generalversammlung, des Sicherheitsrates und des Wirtschafts- und Sozialrates, aber auch in zahlreichen Unterausschüssen aktuelle internationale Probleme diskutiert. Im Rahmen einer für jeden Ausschuss festgelegten Tagesordnung setzen sich die Teilnehmer mit Themen wie Sicherheitspolitik, Wirtschaftsentwicklung, Menschrechte, Umweltschutz und Reformen der UNO auseinander.
Die Schüler treten als zwei- bis achtköpfige Delegation eines Mitgliedsstaates der Vereinten Nationen auf. Unter Einhaltung eines Dresscodes und in dem Bewusstsein, Botschafter ihres Landes zu sein, kommen die Teilnehmer zusammen, um unter Berücksichtigung der Geschäftsordnung, der parlamentarischen Prozeduren und der UN-Charta ihre landesspezifischen Interessen wahrzunehmen, aber auch mit Verbündeten und Gegnern zu verhandeln und überzeugend zu argumentieren.
Geladene Gastredner von nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) sollen die Vielfalt der Interessen und Standpunkte erweitern und zudem deren ständig wachsende Bedeutung in der internationalen Politik verdeutlichen. Die Verhandlungssprache wird – im Gegensatz zu anderen Simulationen – Deutsch sein, da wir uns in der Pflicht sehen, den Schwerpunkt vor allem auf das Inhaltliche zu setzen.
Die simulierte Presse
Das gesamte Geschehen innerhalb und außerhalb der Gremien wird ständig von einer simulierten Zeitungs-Redaktion und einem Fernsehteam begleitet und dokumentiert – stets darauf bedacht, den Anschein einer realen UNO-Konferenz zu wahren. Auch dieses Zeitungsteam setzt sich ausschließlich aus Schülerinnen und Schülern zusammen, die dabei keine Staaten, sondern die unabhängige internationale Presse repräsentieren.
Die täglich erscheinende Zeitung besteht aus mehreren Sparten, welche mit unterschiedlichen Schwerpunkten über die Aktivitäten berichten – bei der Bestimmung der Ausrichtung ihrer Zeitung hat das Team freie Wahl. So könnte also beispielsweise eine Industrieländer- und eine Entwicklungsländersicht unterschieden werden. Es könnte aber auch eine an der gängigen Boulevard-Presse orientierten "Klatsch und Tratsch"-Sparte geben – mit entsprechend abweichender Themenauswahl und Präsentationsweise.
Gleiches gilt für das Fernsehteam, das während der Konferenz über das aktuelle Geschehen berichtet, Interviews führt und Impressionen der einzelnen Gremien sammelt. Das Filmmaterial wird täglich zu einer Nachrichtensendung zusammengeschnitten, die jeweils abends nach Sitzungsende im Plenarsaal gezeigt wird.
Das Rahmenprogramm
Am ersten Tag - noch vor der eigentlichen Konferenz - finden nachmittags die Erläuterung der Verhandlungsprozeduren, informelle Treffen für die einzelnen Ausschüsse und anschließend verschiedene Workshops für die Teilnehmer statt. Der offizielle Teil der Konferenz beginnt dann am Abend mit der feierlichen Eröffnungsveranstaltung. Zu diesen Anlass begrüßen der Schirmherr des Projekts sowie der Generalsekretär von MUN-SH die Delegierten mit ihren Eröffnungsreden.
Im Anschluss an den ersten Konferenztag organisieren wir einen Rednerabend. Hierzu laden wir Diplomaten aus dem Auswärtigen Amt und den Botschaften in Berlin sowie den Generalkonsulaten in Hamburg ein, die den Schülern Erfahrungen aus dem Berufsalltag näher bringen. Ziel ist es, den Jugendlichen eine genaue Vorstellung vom Diplomatenberuf zu vermitteln.
Am Ende der dreitägigen Konferenz findet ein Diplomatenball für die Teilnehmer statt. Diese Abschlussveranstaltung soll MUN-SH angemessen ausklingen lassen.
Die Medienpräsenz von MUN-SH
Der Öffentlichkeitsarbeit und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Medienvertretern messen wir eine hohe Bedeutung zu. Im Vorfeld der Simulation benötigen wir die Berichterstattung, um Teilnehmer, Partner und Helfer zu werben und für unser Vorhaben zu begeistern – und natürlich sollen auch der Ablauf und die Ergebnisse der Veranstaltung selbst so intensiv wie möglich nach außen getragen, das gesellschaftliche Ereignis einer möglichst breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Auf diesem Wege können auch Außenstehende für die bei MUN-SH debattierten Problemfelder der Weltpolitik sensibilisiert werden. Zu diesem Zweck steht das Organisationsteam von Anfang an in engem Kontakt zu den Medien.
MUN-SH – Was kommt danach?
Wir denken, dass MUN-SH 2012 den Teilnehmern (wie auch den Organisatoren) nicht nur als ein lehrreiches und sicher sehr unterhaltsames Projekt im Gedächtnis bleiben wird. Vielmehr hoffen wir, dass dieses Projekt die Schülerinnen und Schüler für politische Themen und Problemstellungen weit über die Landesgrenzen hinaus sensibilisieren und interessieren wird – wir setzen auf eine Nachwirkung im Denken der Teilnehmer, die etwa über Online-Diskussionsforen nach Abschluss des Planspiels auch weiterhin in Kontakt bleiben und die gewonnenen Einsichten weitertragen und vermehren können.
Unser Anliegen ist es, Schüler zu eigenem politischen Engagement zu bewegen – und Interesse an der Teilnahme an anderen Simulationen zu wecken, etwa NMUN in New York.
Zudem hoffen wir, mit der bereits sechsten Konferenz MUN-SH als Tradition in Kiel zu begründen und setzen auf eine Fortsetzung in den kommenden Jahren.